Optik Records macht dicht; erste Stimmen
Geschrieben von: redaktion   
Donnerstag, 31. Juli 2008 um 14:27

Aufgrund des "starken und konstanten Wandels" der Musikindustrie wird Kool Savas´ Label zu Anfang 2009 aufgelöst. Bis dahin werden noch einzelne Veröffentlichungen und eine Tour folgen, bevor anschließend Schluss ist.

Man habe seit der Gründung des Labels im Jahr 2002 "immer wieder neue Trends gesetzt" und die Szene in Deutschland "maßgeblich beeinflusst", heißt es in der offiziellen Pressemitteilung, die das Ende eines der bekanntesten deutschen Hip Hop Labels besiegelt. Zwei ausverkaufte Touren in diesem Jahr, 60.000 verkaufte Einheiten von "John Bello 1" und der Charteinstieg der "Tot oder lebendig Live DVD" auf Platz 4 der deutschen DVD Charts wurden als Erfolge hervorgehoben.

Starker Wandel der Musikindustrie

"Wir haben viel erreicht aber eben auch viel nicht erreichen können", sagte David Laube von Optik Records. "Die Musikindustrie befindet sich in einem starken und konstanten Wandel. Der physikalische Tonträger ist ein Auslaufmodell und funktioniert als Hauptfinanzierungsmodel objektiv betrachtet nicht mehr." Resümierend hält er fest: "Wir gehen lieber mit erhobenem Haupt, als später das sinkende Schiff verlassen zu müssen."

Auch der Inhaber von Optik Records, Savas Yurderi, äußerte sich zum Ende des Unternehmens. "Ich muss zugeben, dass sich meine Vorstellungen, gemessen an den Erwartungen die ich hatte, nicht vollends erfüllt haben", sagte er in einer Stellungnahme.

Wo nicht gekauft wird, kann auch nicht produziert werden

"Optik war nie darauf ausgelegt so schnell wie möglich die höchsten Gewinne einzufahren, sondern Rapdeutschland durch kreative, qualitative und interessante Releases zu bereichern. Allerdings ist es mittlerweile fast unmöglich geworden, durch Indie Verkaufszahlen ein gesamtes Label am laufen zu halten. Ich will nicht rumheulen, was illegale Downloads usw. angerichtet haben, aber Fakt ist, dass wo nicht gekauft wird auch nicht produziert werden kann. Im Großen und Ganzen blicke ich aber glücklich auf die vergangenen Jahre und muss mich bei denen bedanken, die an die optische Vision geglaubt und dafür tagtäglich gearbeitet und gekämpft haben. Ohne Euch wäre das ganze immer nur ein Traum geblieben. Ihr habt diesen Traum zur Wirklichkeit gemacht und uns, den Künstlern von Optik Records, das Fundament geboten sich kreativ auszuleben. Ich danke Euch vom ganzen Herzen!"

In Zukunft getrennte Wege

Caput, der Anfang des Jahres sein Album "Caputalismus" auf dem Label veröffentlichte, sagte gegenüber HipHop.de, die Schließung von Optik Records sei eine "traurige Geschichte", die jedoch absehbar gewesen wäre. "Jeder versucht ohnehin sein Business so gut wie möglich selbst in die Hand zu nehmen, dass wird nun eben noch stärker werden. Ich denke wir werden auch in Zukunft zusammenarbeiten und Musik machen."

Ex-Optik-Künstler Eko Fresh suchte die Schuldfrage: "Es kommt zwar überraschend, aber für mich war Optik schon in dem Moment kaputt, wo ich weg war." Danach wäre Optik Records zu einer "One Man Show" geworden, sagte er. "Stell dir vor ich hätte die bisherigen Charterfolge alle noch bei Optik gehabt", so Eko gegenüber HipHop.de, "Quasi als zweites Zugpferd neben Savas. Die Sache hätte völlig anders ausgesehen." Das Ende des Labels nannte er dennoch "schade".

Die Künstler des Labels werden nun fortan eigene Wege gehen. Zu den noch kommenden Veröffentlichungen zählen Kaas´ "Amok Zahltag" (29.08.) und Kool Savas´ "John Bello 2" (19.09.). Nach der John Bello 2-Tour im Januar, die von WildstyleMag.com präsentiert wird (Termine), soll dann Schluss sein. Kool Savas werde weiterhin als Solokünstler aktiv sein.

Quelle: Optik Records

Kommentare (8)add comment

forestfunk said:

musik macht man halt nicht zu buissness...
das ist die missgeburt die deutschen rap wiederfahren ist!

musik macht man aus spass, und weil man bock drauf hat styles und aussagen zu kicken.

optik war für mich vollkommend unbedeutend, jedes album von denen kann keinen album alter künstler auch nur ansatzweise gleichziehen.

die leute früher haben es nicht wie die leute, auch optik, überwiegend als buissness gemacht.

aber optik war wohl das halbwegsbekannteste label, was für die jüngere generation noch zugänglich war, und meist gute messages hatte, im gegensatz zu dem ganzen dreck aus berlin.


ich hoffe die ganze kommerzielle rapscheise vorallem aus berlin wird zerstört, dann macht jeder nur noch musik, weil er bock hat und nicht aus geldgründen, das würde der rapszene sehr gut tun und einen umbruch zum guten bewirken, but who knows...
 
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August 07, 2008
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F5F said:

es geht alles den bach runter, freunde! nur wer schon tot ist muß nicht mehr sterben.

ich geh jetz und paare ein paar gettometros mit ein paar emos und arbeite dann schonmal einen neuen style aus, bevor ich wiederkomm um einigen von euch zu sagen wie hiphop jetzt heißt aussieht und klingt...
 
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August 01, 2008
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Gast said:

Da hat der liebe Eko leider nicht ganz unrecht.
 
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August 01, 2008
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Marfh said:

Stimme euch zu. Sav und Erc bei Optik, fertig, genau wie für jedes andere Label. Bei Deluxe dann Sam und (eigentlich) Snaga und Pillath. Selfmade braucht auch nur Kolle und Fav, der Rest ist überflüssig. Jeweils zwei Gruppen/Leute die man zu Stars aufbaut. Die ganze zweite Liga bei den Labels, nichts gegen Leute wie Franky, Caput usw., die sind (teilweise) gut, aber anstatt die Kumpelfreunde des Freundesfreundes mit aufs Label zu holen muss aussortiert werden wer sich wirklich trägt und Geld einspielt, wer gut live ist, denn mit live verdienste noch Geld. Wer sich nicht trägt gleich weg damit. Das ist scheiße wegen Freundesfreundekumpelstatus, aber dabei gehts rein ums Geschäft. Nix anderes. Ich glaube jetzt geht das große Umdenken los. Andere werden folgen.
 
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Juli 31, 2008
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Zina said:

Juiuiui, ich hoffe Ben hat sich gleich annen Hörer gehangen, und Savas schonmal fürs nächste Album unter Vertrag genommen^^
 
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Juli 31, 2008
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umpfi said:

endlich weg der scheiß
 
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Juli 31, 2008
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myspace.com/SogukAtes said:

Fehler sucht man an erster Stelle bei sich selber, so wie du es sagst, Möhre...

Fakt ist, dass es HipHop nicht gibt, HipHop ist nichts was man anfassen und biegen kann. Der Mensch kann sich Biegen und so bewegt er auch HipHop. Die Szene blieb zum Großteil unaufgeklärt, zwei große Rap Labels haben alles gekriegt, der Rest nichts. Brotlose Kunst. Ich bin mir sicher, wenn jeder "Head" sich ein Album im Monat mehr zugelegt hätte, wäre es nicht soweit gekommen. Doch der sogenannte Harte Kern, konsumiert nicht, sondern diskutiert.

Royal Bunker war ein harter Schlag, aber davor hat sich ja auch vieles verändert und durch KIZ ging Royal Bunker mit einem sehr großen Erfolg, den wir alle zu respektieren haben.

Aber jetzt Optik zu verlieren, ist eine sehr harte Sache. Musikalisch kann jeder etwas anderes behaupten... aber auch nur was die Musik betrifft.

Mehr Worte müssen jetzt nicht sein. Jeder ist auf sich allein gestellt, jeder Künstler in der HipHop Szene. Aussterben ist das Schlagwort.
 
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Juli 31, 2008
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möhre said:

man hätte sich auf 2-3 rapper reduzieren sollen. alles andre trägt sich doch nicht. schade klar, aber fehler sollte man auch bei sich selber suchen. nicht nur die downloader verantwortlich machen.
 
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Juli 31, 2008
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