|
Seite 1 von 3  Static & Nat Ill gehören neben Looptroop zum Besten, was englischsprachiger Rap aus Europa in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Mit DJ-Legende Noize und den beiden Rappern J-Spliff und Negash Ali haben sie sich zu den "Majors" zusammengeschlossen. Ein Gespräch über korrupte Radiosender, Gangster-Rap in Dänemark und was sich mit den neuen Band-Mitgliedern verändert hat.
WildstyleMag.com: Static & Nat Ill sind eine "fertige" Hip Hop-Formation und als Zweierteam bekannt. Warum die Entscheidung weitere Künstler mit aufzunehmen? Nat Ill: Majors sind als Nebenprojekt von Static & Nat Ill entstanden. Ursprünglich wollten wir nur etwas Spaß zusammen haben. Nach einigen Songs, die uns sehr gefallen haben, hat sich raus kristallisiert, dass man an einem Album arbeiten könnte. In Dänemark gab es plötzlich einen Hype um Majors. Also haben wir uns darauf konzentriert und Soloprojekte nach hinten verschoben.
WildstyleMag.com: Welche Veränderung bringt die Erweiterung mit sich?
Static: Nat und ich geben seit 1994 Shows, haben auf der ganzen Welt gespielt. Wir waren an einem Punkt angekommen, an dem wir als Zweierteam sehr komplex funktioniert haben und stellten uns die Frage, was wir darüber hinaus noch tun könnten. Es lag nahe mehr Leute aufzunehmen. Neue Mitglieder bedeuten mehr Spaß, mehr Möglichkeiten, mehr Ideen, neue Inspirationen.
WildstyleMag.com: Spliff, du hast mit den Snowgoons gearbeitet, warst auf dem Hitfarmers-Mixtape. Was gibt es zu dir zu sagen? 
J-Spliff: Ich rappe seit 1999, bin bei Open Mic Sessions und Shows in ganz Dänemark aufgetreten. Meine erste EP erschien 2005. Als ich Static und Nat traf, fragten mich beide, ob ich nicht deren "Teamwork"-Tour in Dänemark eröffnen wollte. Seitdem sind wir in Kontakt.
WildstyleMag.com: Der Song "Troubled Young Man" scheint mir ganz passend, um dich, Ali, vorzustellen.
Negash Ali: Ja, der Track ist von DJ Noize produziert. Es war reine Magie ihn aufzunehmen. Ich bin in einem Flüchtlingscamp in Dänemark aufgewachsen, habe da Erfahrungen gemacht, die mich ziemlich von den anderen in der Gruppe unterscheiden. Außerdem bin ich mit 17 wesentlich jünger als die Jungs. Teil dieser Gruppe zu sein ist eine große Bereicherung für mich. Ich habe vorher auch Musik gemacht, aber nie eine Veröffentlichung gehabt. Majors hat für mich jetzt absolute Priorität.
WildstyleMag.com: Steht trotzdem in absehbarerer Zeit die erste Solo-Veröffentlichung an?
Negash Ali: Absolut, wir arbeiten parallel an meiner ersten Platte. Sie wird hoffentlich zusammen mit Static & Nat Ill entstehen und im ... also in einigen Monaten erscheinen.
WildstyleMag.com: Wie hat sich euer großer Altersunterschied bei den Aufnahmen des Albums bemerkbar gemacht?
Negash Ali: Jeder von uns hat seine Erfahrungen mit einfließen lassen. Mein Input hat sich stark von dem der anderen unterschieden, weil ich eben anders aufgewachsen bin. Insgesamt waren die Aufnahmen aber ein sehr natürlicher Prozess und alles hat super geklappt.
J-Spliff: Nicht nur die Erfahrungen sind unterschiedlich, wir sind alle auch mit anderen Musikstyles aufgewachsen, insofern flossen unsere Inspirationsquellen mit ein. Stat und Nat sind natürlich erfahrener als wir beide, sowohl im Studio, als auch auf der Bühne. Das stellt aber kein Problem dar, schließlich geht es um Kunst.
Static: Der Song "Three Decades" fängt den Altersunterschied bei uns gut ein. Ich selbst bin ein Kind der 80er, Spliff eins der 90er und Ali eins des neuen Millenniums.
WildstyleMag.com: Gibt es persönliche Favourites auf dem Album?
Nat: (überlegt) Wir haben so viele unterschiedliche Themen auf dem Album. Es gibt die persönlichen Songs, die Boom Bap-Joints und auch etwas funkygeren Stuff. Mein Lieblings-Joint ist "City Hall Cypher", denn das ist Hip Hop to the bone.
Static: "Suckers Never Play Me" - das ist eigentlich ein Modern Day Tune, aber mit dem speziellen Old Skool Drum Sound. Wir haben uns eines Hip Hop Klassikers bedient, aber da müsst ihr selber drauf kommen. In dem Lied gehen wir die Radiosender an, die kaum noch echte Hip Hop Musik spielen, was wir auch nicht ändern werden. Denn die Sender wollen Geld verdienen und wir machen keine Musik mit billigen Refrains. Wer allerdings von euch eine eigene Hip Hop-Show hat sollte den Track spielen. Er passt perfekt ins Radio.
WildstyleMag.com: Ihr sprecht in dem Lied den "Payola"-Mechanismus an. Gab es mal eine Situation in der man euch sagte: "Pay to play"?
|